Gastartikel: Der evangelische Atheist

Samstag, 12. Dez. 2009 um 5:30 Uhr von Gastautor

Hallo liebe Stammleser von Blogfrosch.de und solche, die es vielleicht noch werden wollen. Im Rahmen des Blogjulklapps 2009 habe ich heute die riesige Ehre, hier einen Gastartikel veröffentlichen zu dürfen.

Mein Thema lautet: Der evangelische Atheist

Ich gehe auf mein 17. Weihnachtsfest zu und bisher habe ich es auch eigentlich immer gefeiert, Geschenke bekommen, und, sobald mir der nötige Anstand anerzogen wurde, auch brav Geschenke für andere besorgt. Mir war natürlich relativ schnell klar, dass es sich dabei um ein christliches Fest handelt, aber ich habe mich ja auch immer irgendwie als Christen gesehen, insofern habe ich es nie als falsch empfunden, Weihnachten zu feiern.

Die Zeit zwischen Weihnachten 2008 und heute hat in dieser Hinsicht aber einiges an Veränderung mit sich gebracht. Ich kann nicht sagen, ob es irgendein Schlüsselereignis gab, aber mir wurde immer klarer, dass ich weder an Gott glaube, noch in irgendeiner anderen Weise religiös bin. Mittlerweile würde ich sogar so weit gehen und sagen, dass Religion totaler Müll ist und ich absolut nicht verstehen kann, wie so etwas Grund für Kriege sein kann. Ich bin über die Entstehung der Erde bestens aufgeklärt und weiß auch über den biologischen Vorgang der Evolution und Fortpflanzung Bescheid. Für mich passt da einfach kein Gott rein.

Trotzdem bin ich konfirmiert und trotzdem besuche ich in der Schule den evangelischen Religions-Unterricht. Der Grund für Ersteres war das Geld. Ich hatte mir erhofft, zu meiner Konfirmation einen ordentlichen Batzen Geld zu bekommen. Das hat sich zwar nicht ganz erfüllt, aber ich war dennoch einigermaßen zufrieden. Außerdem hat sich ja jeder in meinem Umfeld konfirmieren lassen und ich wollte da irgendwie nicht hervorstechen. Im Nachhinein kann ich allerdings sagen, dass es sich insgesamt nicht wirklich gelohnt hat. Das Geld war ein keinster Weise ein Ausgleich für die vielen Stunden, die ich im Katechumenen- beziehungsweise Konfirmanden-Unterricht absitzen musste.

Der Grund, weshalb ich den Religions-Unterricht besuche, ist auch leicht gefunden: Keine Lust auf Philosophie. Außerdem ist es relativ leicht, in Reli gute Noten zu bekommen, warum also darauf verzichten? Es ist ja auch mein letztes Jahr mit diesem Fach, daher lohnt sich ein Wechsel nun sowieso nicht mehr.

Nicht nötig zu sagen, dass ich auch nicht in die Kirche gehe. Ausnahmen bilden da Events wie Hochzeiten oder so. Da war ich Anfang Oktober auf einer und ich muss sagen, dass es sehr angenehm war. Der Grund dafür war wohl die deutsch-spanische Hochzeit, da neben einem deutschen auch ein spanischer Pastor (oder Priester? Keine Ahnung.) dabei war, der richtig Stimmung gemacht hat. Außerdem war ich als Kamerakind engagiert, was noch zusätzlichen Spaß gebracht hat.

Das war jetzt einiges zu meiner religiösen Vorgeschichte, aber die Frage, ob es moralisch vertretbar ist als Atheist Weihnachten zu feiern, bleibt immer noch. Ich muss sagen, ich tue mich schwer damit, von diesem Fest Abschied zu nehmen, denn ich möchte eigentlich nicht darauf verzichten, Geschenke zu bekommen, beziehungsweise andere Leute mit Geschenken eine Freude zu machen. Außerdem ist Weihnachten ja eigentlich sowieso mehr zu einer Art kommerziellem Fest geworden und die religiösen Aspekte, die hinter diesem Fest stecken, werden oft gar nicht mehr wahrgenommen. Ich habe von einer Stadt gehört, die aus ihrer Weihnachtsbeleuchtung alle christlichen Symbole entfernt hat, weil es ja viele Leute gebe, die mit Religion nichts am Hut hätten, aber dennoch Weihnachten feiern wollten. Auch hier die Frage: Sollten diese Leute überhaupt Weihnachten feiern? Ich komme irgendwie nicht zu einer zufriedenstellenden Antwort. Momentan bin ich ja noch Mitglied der Kirche, auch wenn mein Austritt für das nächste Jahr geplant ist. Daher denke ich, dass ich schon ruhigen Gewissens das Weihnachtsfest begehen kann. Mal sehen, wie es dann 2010 aussieht, aber bis dahin ist ja noch viel Zeit.

Eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich wirklich brennend, daher ab damit in die Comments. Ich werde mir auf jeden Fall alles durchlesen und gegebenenfalls auch antworten.

Wenn Ihr tatsächlich bis hier alles durchgelesen habt, habt Ihr ja einiges an Text hinter Euch gebracht. Und wenn Euch das alles sogar einigermaßen gefallen hat, dürft Ihr gerne mal auf meinen Blog vorbeischauen: http://pattis-blog.de

Ich bedanke mich recht herzlich für Eure Aufmerksamkeit, wünsche Euch ein wundervolles Weihnachtsfest und gebe nun zurück an die angeschlossenen Feedreader.

Veröffentlicht in: Blogsphäre, Gastartikel, Paraden & Co |
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Artikel gelesen: 811 · heute: 2 · zuletzt am: 09.09.2010
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17 Reaktionen zu “Gastartikel: Der evangelische Atheist”


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14 Kommentare

  1. 1
       Knut (1)
    Kommentar am 12. Dez. 2009 um 14:13 Uhr geschrieben.

    Moin Patrick,

    ich finde du wirfst da eine sehr interessante Frage auf. Ich habe mir die Frage nie gestellt. Bisher gab es hier immer Weihnachten auch wenn ich Atheist (Laut Einwohnermeldeamt “Konfessionslos”) bin. Ich glaube ebenfalls nicht an höhere Wesen sondern daran, dass wir bestimmen können was wann wo passiert.

    Aber die Frage, die du dir stellst zeigt auch wieder einen Punkt auf, der mich an Religion (jeder mir bekannten) fundamental stört. Religion schränkt unnötig ein. “Darf ich als Atheist Weihnachten feiern?”, “Muss ich als Christ jeden Sonntag in die Kirche?” und so fort. Ich bin der Meinung, dass jeder das machen solle was er denkt und sich nicht von einer Religion zum Kirchenbesuch oder fünfmaligem Beten am Tag zwingen lassen sollte. – Bitte nicht falsch verstehen: Wer das gerne machen möchte und damit glücklich ist, der soll es gerne weiter machen. Mir persönlich wäre beides zu viel aber ich verurteile niemanden dafür. Im Gegenteil: Wer die Disziplin hat das jeden Tag durchzuhalten: Alle Achtung! Ich könnte es nicht.

    Aber sollte ein Moslem, der in Deutschland aufgewachsen ist, das Weihnachtsfest seit 19 Jahren jedes Jahr mitbekommt kein Weihnachten feiern dürfen, nur weil er kein Christ ist? (Falls es Weihnachten im Islam gibt bitte ich meine Unkenntnis zu entschuldigen.) Meiner Meinung nach sollte er selbst darüber entscheiden dürfen. Wenn er mit seiner (christlichen) Freundin Weihnachten feiern möchte: Bitteschön!

    Somit finde ich, dass du auch ruhig 2010 – auch wenn du der christlichen Kirche nicht mehr angehörst – das Weihnachtsfest begehen solltest. Wenn mir danach wäre, würde ich Weihnachten feiern. Bei mir fällt Weihnachten nicht aus religiösen sondern aus persönlichen Gründen aus.

    Gruß,
    Knut

    AntwortenAntworten
  2. 2
       rebhuhn (3)
    Kommentar am 12. Dez. 2009 um 16:58 Uhr geschrieben.

    hmhmhm… schwieriges thema. bei mir ist es ähnlich, außer daß ich noch ein paar jährchen länger geglaubt habe, 25 um genau zu sein, und ich nicht evangelisch/katholisch, aber trotzdem christlich bin. ich gehe noch unregelmäßig in die kirche, aber eher, um anderen eine freude zu machen [orchester und chor und orgel/geige vor dem gottesdienst...], als selbst die predigt zu genießen.

    insgesamt feiere ich aber trotzdem weihnachten – nicht nur, um die eltern nicht zu enttäuschen oder geschenke zu bekommen, sondern auch, um einen tag im jahr zu haben, an dem ich besonders an alle, die mir am herzen liegen, denke. klar, sollte man immer machen, aber so als erinnerungshilfe finde ich das ganz nett ;).

    AntwortenAntworten
  3. 3
       Michaela | | (706)
    Kommentar am 13. Dez. 2009 um 7:48 Uhr geschrieben.

    Guten Morgen Patti,

    Religion ist (auch noch in der heutigen Zeit) ein heikles Thema, wie ich finde.

    Ich kann mich aber den Worten von Knut und rebhuhn (netter Nick *lach*) nur anschließen…

    Feier Weihnachten nicht als Christ, sondern für Dich, als ein Fest der Liebe oder eben auch als eine Art schöne Tradition. Welche Beweggründe auch immer. :green_kniep:

    Ich möchte mich selbst nicht als Atheist bezeichnen aber auch nicht als Christ. Ich bin (noch) nicht aus der Kirche ausgetreten. Ich wurde getauft, bin zur heiligen Kommunion gegangen und das wars aber eigentlich auch schon. :green_horrified:

    Genau da, im Kommunionsunterricht hat damals mein “Glaube” geendet. Der Pastor konnte keine Jungen leiden und hat diese im Unterricht sogar georfeigt. Da habe ich mir im naiven alter von 9 Jahren gedacht, wenn Gott Menschen beauftragt Kinder zu schlagen, dann ist er nicht mein Gott. :lala:

    Natürlich gab es auch bei mir noch andere Schlüsselerlebnisse… Kriege (oft im Namen der Religion), Morde (im Namen der Kirche), Hunger auf der Welt, biologischer Vorgang der Evolution, mein kleiner Bruder, der im Kindesalter an Leukämie erkrankte ect pp.

    Zudem hatte ich immer schon Skepsis gegenüber den überlieferten, geschriebenen Worten und kann mit der Radikalität und dogmatisch zu befolgender Autoritätsgläubigkeit der Religionen überhaupt nichts anfangen. :green_sentimental:

    Versteht mich bitte nicht falsch, das soll sicher keine Grundsatzdiskussion sein und ich möchte die Religion an sich auch überhaupt nicht schlecht reden und sicher finde ich auch nicht alles falsch und wenn jemand sein Glück in seiner Religion (egal welcher Konfession) findet, dann finde ist das super klasse. :green_top:

    Tja, an was glaube ich? An die Menschen. Die Selbstverantwortung. An ethisches Verhalten. Die Entwicklung von Mitgefühl, Weisheit und Toleranz…

    Das ist auch nur meine Meinung. Mein Mann zBsp. glaubt an Gott und das finde ich auch völlig okay. Unsere Kinder sind getauft und können selbst entscheiden… :jastimmt:

    Aber wir feiern Weihnachten!

    Liebe Grüße,
    Michaela

    PS. Ich finde das Thema sehr spannend und es würde mich freuen, wenn der ein oder andere hierzu noch etwas zu sagen hat und eventuell noch eine kleine kontroverse und nette Diskussion zu Stande kommt. Nur zu, schreibt uns Eure Meinung…

    AntwortenAntworten
  4. 4
       rebhuhn (3)
    Kommentar am 13. Dez. 2009 um 18:23 Uhr geschrieben.

    @Michaela
    *g danke.

    mal ganz nebenbei gefragt: wie ist das denn, hat dein mann nicht manchmal das bedürfnis, über seinen glauben zu reden? macht ihr das? oder klammert ihr das einfach komplett aus euren ‘paar-unterhaltungen’ aus?

    AntwortenAntworten
  5. 5
       Michaela | | (706)
    Kommentar am 14. Dez. 2009 um 7:38 Uhr geschrieben.

    Huhu rebhuhn,

    ja, manchmal hat er natürlich das Bedürfnis [...]. Das ist aber kein Problem, denn wir können Sprichwörtlich über “Gott und die Welt” reden. :green_kniep:

    Jeder Mensch hat so seine Bedürfnisse, Meinungen, Glauben… und gerade das bunte im Leben macht die Menschheit aus, wie ich finde. Man sollte sein Gegenüber so akzeptieren wie er/sie ist, mit allen Facetten und vor allem sollte man niemanden verbiegen.

    Falls Du noch Fragen hast… nur zu! :green_bye:

    Liebe Grüße,
    Michaela

    AntwortenAntworten
  6. 6
       rebhuhn (3)
    Kommentar am 14. Dez. 2009 um 16:04 Uhr geschrieben.

    tja, Michaela,

    bei mir ist das so: ich war 25 jahre lang im verhältnis zu den meisten anderen menschen SEHR gläubig. meine familie ist in der kirche ziemlich eingebunden, ich war mehrmals in der woche beim gottesdienst, bei jugend-abenden oder in kirchenorchestern. mir hat das alles gefallen, großen spaß gemacht und ich habe tatsächlich geglaubt.

    es hat mir auch sehr viel geholfen [das glauben an gott], aber mittlerweile glaube ich nicht mehr, daß es einen gott gibt. warum ist nicht so wichtig – es ist einfach so passiert. leider ist mein freund absolut nicht bereit, verständnisvoll darüber zu diskutieren [was es für mich recht schwierig macht, weil ich mit meinen eltern [noch] nicht darüber sprechen will]. er gleitet immer wieder in leicht spöttische bemerkungen darüber ab, was mir schwer fällt, zu ignorieren, weil ‘die sache’ mir ja nun so lange zeit VIEL bedeutet hat…

    ehrlich gesagt: keine ahnung, warum ich das hier schreibe. danke für Ihre aufmerksamkeit ;).

    AntwortenAntworten
  7. 7
       Michaela | | (706)
    Kommentar am 14. Dez. 2009 um 16:44 Uhr geschrieben.

    Hallo rebhuhn,

    wenn es Dir so sehr Spass gemacht hat und Dir geholfen hat, dann finde ich es sehr schade, dass Du nicht mehr an Gott glaubst.

    ehrlich gesagt: keine Ahnung, warum ich das hier schreibe.

    Weil es Dir wahrscheinlich ein Bedürfnis ist, darüber zu reden und Du Dich nicht wirklich ernst genommen fühlst, wenn Du diese Thematik anschneidest(?).

    Vielleicht musst Du Deinem Freund klar machen, dass Dir die Themen: “Glaube, Kirche und Gott” wichtig sind und Du mit ihm darüber reden möchtest?!

    Eventuell hast Du Dich von Deinem Glauben doch noch nicht so ganz gelöst, oder? Eine Kirche (Gemeinde) hat ja auch etwas anziehendes, magisches, mystisches…? Fehlt es Dir?

    Wenn Du mit Deinem Wunsch auf Granit stößt, dann schreibe Dir doch einfach alles von der Seele. Gerne auch hier, wir hören/lesen Dir sehr gerne zu! :danke:

    Liebe Grüße,
    Michaela

    Schade, dass sich der Autor bisher noch nicht geäußert hat. :green_shrug:

    AntwortenAntworten
  8. 8
       Stadtelch (171)
    Kommentar am 14. Dez. 2009 um 18:45 Uhr geschrieben.

    Michaela – du warst / bist katholisch??? :green_horrified:
    Ne – dann schreib ich dir nicht mehr – tschüss! :green_bye:

    :stop: ne, halt – Quatsch beiseite… Tja der Glaube… hat schon viele Paare entzweit, Menschen zum Töten verleitet und was weiß ich noch… :green_heilig:
    Meinereiner ist evangelisch. Glaube ich an Gott? Ja, aber auf meine eigene Art. Ich glaube an Gott – aber nicht an das was in der Bibel steht. Das erinnert mich immer so ein wenig an das schöne Spiel “Stille Post” – überliefert von Menschen über Generationen hinweg – und jeder war in der Lage seinen Senf sein Teil dazu zu schreiben.
    Muss ich in die Kirche gehen um an Gott zu glauben? Nein – denn wie heißt es so schön: “Gott ist überall!”.

    Ich akzeptiere aber auch gerne den Glauben anderer, sofern sie nicht versuchen ihn mit Macht und Gewalt anderen aufzuzwingen. Das haben schon so viele versucht, zahlreiche mussten dafür leiden – und gebracht hats am Ende nichts.

    AntwortenAntworten
  9. 9
       Stadtelch (171)
    Kommentar am 14. Dez. 2009 um 18:50 Uhr geschrieben.

    Übrigens – noch was…

    ich habe im Moment Probleme bei dir die Kommentare zu lesen und erst Recht zu schreiben. Bei “Safari” tauchen die erst garnicht auf – weder am Mac noch am iPhone.
    Musste nun extra das Feuerfüchschen bemühen – da ging es. Scheint wohl an irgendeiner neuen Funktion bei dir zu liegen.
    Da ist der Teufel drinne :green_evel:

    AntwortenAntworten
  10. 10
       Michaela | | (706)
    Kommentar am 15. Dez. 2009 um 12:28 Uhr geschrieben.

    Huhu, lieber Elch,
    waaaaas Duuu bist evangelisch!? :green_horrified:
    Bleib doch wo der Pfeffer wächst! Ich schreib Dir auch nicht mehr! :green_schmoll: :green_kugel:

    Vielen Dank für Deine interessante Sichtweise, die ich sehr gut nachvollziehen kann, da ich in vielen Punkten mit Dir übereinstimme. Nein, ich denke auch nicht, dass man als gläubiger Mensch in die Kirche gehen muss/sollte.

    PS. Vielen lieben Dank für den Hinweis bezügl. der Kommentare. Nun müsste es im Safari auf dem Mac und iPhone funktionieren. Kannst das Feuerfüchschen also wieder schließen. :danke:

    Liebe Grüße,
    Michaela

    AntwortenAntworten
  11. 11
       juliaL49 (1)
    Kommentar am 15. Dez. 2009 um 12:32 Uhr geschrieben.

    Hallo zusammen! Ist ein interessantes Thema, wie ja schon alle gesagt haben und auch bei mir gab im Rahmen des Julklapp das Thema (ich bin Atheist und der Gastautor hat darüber geschrieben, warum er kath. Theologie studiert).

    Doch ich wollte nochmal auf den Artikel zurückkommen, denn da gibt es zwei Aspekte drin, die nicht viel miteinander zu tun haben.

    Einmal erzählt Patti, dass sie sich hat konfirmieren lassen, weil sie nicht außen vor sein wollte und das Geld brauchte (was mich als katholisch aufgewachsenes Kind immer sehr neidisch auf die Evangelischen hat sein lassen). Das finde ich auf den ersten Blick heuchlerisch, kann es aber doch verstehen, weil man mit 17 noch nicht so fest in seinem (Nicht-)Glauben ist. Da denke/hoffe ich, wird in den nächsten Monaten Pattis Meinung gefestigt werden, dass sie dazu steht – es ist leichter als man denkt ;) Meine erweiterte Familie ist sehr katholisch und meine Großeltern würden wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie das von mir wüssten. Aber die würden das auch nicht verstehen, da sie 80 Jahre lang indoktriniert wurden und es nicht anders kennen.

    Das zweite Thema ist Weihnachten als Atheist. Was spricht dagegen?!? Man könnte anführen, dass das ja ursprünglich ein heidnisches Fest war, aber das ist abgedroschen und zieht nach über 1500 Jahren auch nicht mehr. Es wurde ja schon genannt, dass man es als Fest der Liebe ansehen sollte. Im Kreise der Familie (die man ja oft sonst das ganze Jahr nicht sieht) zu feiern und eine schöne Zeit zu haben, ist viel wichtiger als in die Mitternachtsmesse zu gehen. Dass das Fest mittlerweile ein Konsumfest ist, stimmt zwar, aber den Grad bestimmt jeder selber unabhängig von seinem Glauben.

    PS: Das islamische Zuckerfest entfernt sich zur Zeit wieder von Weihnachten und wird eher im Herbst oder sogar Spätsommer gefeiert. Chanukka war dieses Jahr am Samstag als dieser Beitrag erschien.

    AntwortenAntworten
  12. 12
       Stadtelch (171)
    Kommentar am 15. Dez. 2009 um 15:38 Uhr geschrieben.

    Hallo Fröschchen!!! :green_bye:

    iPhone sagt mir grade, dass es wieder funktioniert!

    Gut gemacht… :green_top:

    AntwortenAntworten
  13. 13
       Michaela | | (706)
    Kommentar am 16. Dez. 2009 um 11:07 Uhr geschrieben.

    @juliaL49,auch Dir ein herzliches Dankeschön, für Deine sehr interessante Sichtweise zum Thema. :danke: Und was das islamische Zuckerfest betrifft, habe ich wieder etwas dazu gelernt.
    PS. Patti kommt in diesem Fall nicht von Patricia, sondern von Patrick. :green_kniep:

    @Stadtelch, das Du die Kommentare hier nicht lesen kannst, geht ja überhaupt nicht. :green_horrified: Das musste ich sofort reparieren. :jastimmt:

    @Patrick

    Eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich wirklich brennend, daher ab damit in die Comments. Ich werde mir auf jeden Fall alles durchlesen und gegebenenfalls auch antworten.

    Hier sind ja nun einige interessante Kommentare, Meinungen, Erfahrungen, Sichtweisen ect. mit viel Mühe der Kommentatoren zusammen gekommen. Da dies hier aber Dein Artikel ist, lieber Patti, und nur DU – die für Dich richtigen Antworten kennst, würde ich es echt klasse finden, wenn Du uns ggf. ein paar Worte dazu schreiben könntest. :green_sentimental:

    Liebe Grüße, Michaela

    AntwortenAntworten
  14. 14
       Patrick (5)
    Kommentar am 16. Dez. 2009 um 15:52 Uhr geschrieben.

    Hallöchen!
    Erstmal tut es mir leid, dass ich mich jetzt erst zu Wort melde. Bin irgendwie nicht dazu gekommen. Jetzt sind aber bis auf Französisch alle Klausuren für dieses Jahr vorbei, und ich habe wieder viel mehr Zeit.

    @juliaL49 Wie Michaela schon erwähnt hat, heiße ich nicht Patricia, sondern Patrick. Aber ich werde Dir noch einmal verzeihen. ;)
    Meine Konfirmation war am 7. Mai 2006, da war ich noch 14. Mag sein, dass ich mir damals tatsächlich noch nicht 100%-ig sicher war, was den Glauben angeht. Aber heute kann ich Dir versichern, dass ich absolut ungläubig bin, und sich da auch nichts weiter zu festigen braucht. :)

    Was das Weihnachtsfest angeht, habt Ihr recht. Man sollte wirklich den Familien-Aspekt an die erste Stelle setzen und nicht den Religiösen. Ich denke, ich werde dieses Jahr und auch künftig noch mit ruhigem Gewissen Weihnachten feiern, selbst wenn ich dann kein Mitglied der Kirche mehr bin.

    @Michaela Das mit dem Problem, dass mir hier die Kommentare nicht angezeigt wurden (bin Chrome-User), wollte ich Dir auch noch sagen, aber das hat sich ja sowieso schon erledigt. ;)

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  1. 1
    Blogjulklapp 2009: Die Artikel (via Pingback)
    Kommentar am 18. Dez. 2009 um 10:51 Uhr geschrieben.

    [...] schrieb “Der evangelische Atheist” bei Michaela. Haramis schrieb “Von der Schwierigkeit, ein Thema zu finden” bei [...]

  2. 2
    Blogjulklapp 2009: Zusammenfassung & Fazit (via Pingback)
    Kommentar am 29. Dez. 2009 um 22:07 Uhr geschrieben.

    [...] schrieb “Der evangelische Atheist” bei Michaela. Haramis schrieb “Von der Schwierigkeit, ein Thema zu finden” bei [...]

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  1. 1
    Michaela (706)
    Kommentar am 12. Dez. 2009 um 5:37 Uhr geschrieben.

    Gastartikel: Der evangelische Atheist – BlogFrosch http://bit.ly/6hwSfp

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