Gastartikel von Klaus-Martin Meyer
Umweltschutz und Rohstoffmangel machen Handy-Pfand notwendig
In Zeiten steigender Rohstoffpreise ist es ein ganz normales Phänomen, dass das Thema Recycling immer mal wieder in den Mittelpunkt des Interesses rückt.
Das ist im Augenblick recht extrem wieder der Fall, weil zu dem Rekordhoch des Goldpreises auch noch die immer selbstbewusster auftretende Weltmacht China kommt. China sichert sich überall auf der Welt den Zugriff auf wichtige Rohstoffquellen. Das gilt für Afrika genauso wie für Lateinamerika und für Asien. Doch auch die Rohstoffvorkommen in China selber kommen dazu. Wurden diese in der Vergangenheit zur Devisenbeschaffung ausgebeutet, so reduziert China den Export so genannter „seltener Erden“ heute recht drastisch. „Seltene Erden“ sind sehr seltene Metalle, die aber oft für die Produktion von High-Tech-Produkten wie Handy, Computer oder Solarzellen benötigt werden. Diese seltenen Erden kommen ausgerechnet vergleichsweise häufig in China, z.B. in der inneren Mongolei vor. Jetzt sehen Experten schon einen Rohstoffmangel an seltenen Erden in Europa auf die Unternehmen vorkommen.
Gleichzeitig leisten wir und den „Luxus“, dass diese Geräte am Ende ihres Lebenszykluss meist in Müllverbrennungsanlagen enden und dabei noch giftige Substanzen gebildet werden. Etwa die Hälfte des Elektroschrotts wird auch noch illegal ins Ausland exportiert. Mit ihnen werden natürlich auch die wertvollen und seltenen Metalle in den Handys verbrannt, obwohl die in den Geräten enthaltenen Metalle zu 95% recyclebar sind. Aus diesem Grunde macht es wirtschaftlichen und umweltpolitisch Sinn, wenn ein Pfand für High-Tech-Geräte eingeführt würde, mit dessen Hilfe sichergestellt wird, dass alle Geräte nach ihrer Nutzung einer regulären Wiederverwertung zugeführt werden. Das verhindert die Entstehung giftiger Dioxine und sichert auch noch die Rohstoffversorgung mit seltenen und teuren Metallen. Mit einem solchen Pfand würden also gleich zwei wichtige Ziele auf einmal erreicht. Aus diesem Grund dürften sich auch Ökonomen ausnahmsweise einmal richtig gut mit den Umweltschützern verstehen. Bis es aber soweit ist, muss der Schmerz aus der schlechten Verfügbarkeit von seltenen Erden sicher erst noch größer werden. Wir werden es mit Interesse beobachten.
Dass ein Pfandsystem sehr effizient sein kann, zeigt das Beispiel des Dosenpfandes. Lagen früher an Autobahnabfahrten oft tausenden von Getränkedosen herum, die die Umwelt verunzierten, so findet man heute selbst in manchen Supermärkten kaum noch Dosen. Das Blech für wichtigere Anwendungen wird gespart und die Umwelt geschont.
Copyright © unterliegt dem Autor:
Klaus-Martin Meyer – E-Mail















Wieso eigentlich immer Pfand? Wenn ich es richtig verstehe werden durch dir Rückname des Handys wieder Rohstoffe gewonnen, die dann teuer wieder verkauft werden. Warum also Pfand und nicht einfach Rückkauf der alten Geräte. Man überlegt sich sicher zwei mal ob man ein Handy in den Müll wirft, wenn man auf der anderen Seite vielleicht noch 2-3 Euro dafür bekommt. Und wenn das einen zu wenig ist, dann gibt es Sammler die sich das Geld holen. Also warum Rohstoffe die man gekauft hat wieder für umsonst zur Verfügung stellen, dann sollen die Unternehmen die wieder zurück kaufen, das ist noch effektiver als ein Pfandsystem.
Das Problem ist, dass rund 50% des Elektronikschrott in Deutschland illegal exportiert wird und dann in der Regel unter ignorantz von umweltschutzauflagen, wie sie hierzulande gelten einfach verbrand werden zum gesundheitlichen schaden der dort lebenden menschen und zu unserem wirtschaftlichen schaden. dazu kommt das etwas die hälfte der handys ungenutz in der schublade endet. auch in diesem fall sind die hierin enthaltenen metalle zunächst der volkswirtschaft entzogen. hier könnte ein pfandsystem wirksam ressourcen sparen.
Ein Pfandsystem bedeutet doch aber nur das ich etwas Kaufe (die Rohstoffe also auch in mein Eigentum übergehen) und ich diese Rohstoffe am Ende des Lebenszyklos des Handys kostenlos wieder zurück gebe. Ich bekomme ja nur den Pfand zurück den ich vor Jahren beim Händler hinterlegt habe. Wo ist da also der Nutzen für den Kunden? Er gibt seine Rohstoffe, die er mit dem Kauf des Handys erworben hat, kostenlos wieder zurück und die Unternehmen können diese dann kostenlos wieder nutzen um damit erneut Geld zu verdienen. Sie verkaufen also wieder etwas, was eigentlich mein Eigentum ist ohne das ich selber was davon habe. Mir ergibt sich hier kein Vorteil und dann würde ich das Handy weiterhin in meiner Schublade behalten, bevor ich mein Eigentum kostenlos der Wirtschaft wieder zur Verfügung stelle.
Sie es mal so. Du brauchst für die Entsorgung Deines sondermülls nichts zu bezahlen. Zudem ist die Gewinnung der Metalle keineswegs ohne Kosteneinsatz möglich. Und so wird das allgemeingut “Natur” vor schadstoffen geschützt. Auch jetzt bekommt niemand etwas für seine wertvollen rohstoffe. weder wenn das handy im müll landet, noch wenn es in der schublade endet. und dadurch, dass die eigene volkwirtschaft profitiert, profitiert auch der einzelne.
Aber Hallo wenn ich für ein Handy Pfand hinterlege welches ich in der selben Höhe zurück bekomme, bezahle ich das ganze doch mit. Sagen wir es sind Pro Handy 10 Euro Pfand, wie viele Handys sind im Umlauf? Rechne es hoch, dass Geld liegt zwei Jahre lang irgendwo auf der Bank, rechne hierfür also mal die Zinsen hoch, die ein Unternehmen damit einnimmt und jetzt sag mir, dass hier für die Unternehmen nicht ein doppelter Vorteil entsteht. Wenn ich an die Natur denken will, kann ich das auch ohne Pfand machen, dann gebe ich nämlich mein Handy auf den nächsten Recycling-Hof ab, was ich meist auch kostenlos machen kann und diese führen es dann der Entsorgung zu. Hier gebe ich auch meine Rohstoffe her, was schon stimmt, aber die Unternehmen müssen, um diese Rohstoffe nutzen zu können, schon wieder Geld zahlen. So ist es nun einmal im Kapitalismus.
Gehen wir noch weiter, welcher Volkswirtschaft hilft es denn den Handyschrott wieder zu bekommen? Unserer? Inwiefern? Nicht wirklich, schau dir mal an aus welchen Ländern die Handys kommen, da profitiert Deutsche Volkswirtschaft nicht. Da profitieren vielleicht die, die eh schon eine Menge Geld haben und dadurch noch mehr anhäufen können, aber nicht der einzelne der hart arbeiten geht.
bei einer annahme von 5% zinsen, kassiert der regulierer des pfandsystems in zwei jahren gerade einmal einen Euro. da problem ist doch, dass niemand sein handy auf recyclinghöfen abgibt. und selbst wenn, wird dieser müll zu 50% illegal im ausland entsort und landet in der müllverbrennung.
Einen Euro pro Handy, wie viele Handys sind im Umlauf? 30-40 Millionen, also 30-40 Millionen Euro Gewinn in zwei Jahren durch Kapital anderer Menschen, finde ich eine ganze Menge.
Und wie du schon sagtest, das ganze wird ILLEGAL Exportiert, hier ist also der Staat in der Pflicht dieses illegalen Exporten einen Riegel vorzuschieben, nicht der Handykäufer, der sein Handy in das Recycling System zurück gibt. Und die, die jetzt schon zu faul sind ihr Handy zu entsorgen, denen ist auch der Pfand egal. Es ist etwas, was bei den Pfandpflichtigen Flaschen nur bedingt funktioniert, denn auch diese kommen immer noch zu großen Mengen in den Hausmüll. Nur durch die vielen Flaschensammler ergibt sich hier wohl ein positives Bild.
hier kann nicht von gewinn gesprochen werden, denn das clearing eines pfandystems ist eine aufwändige sache. und wenn der staat in der pflicht ist, müssen wir es also alle zahlen und nicht nur die nutzer des handys. lass es uns doch einfach ausprobieren. bei autobaterien klappt es auch ohne probleme seit jahrzehnten.
Okay gehen wir einmal aus es gibt ein Pfandsystem für Handys, was ist dann erstens mit den Handys die immer noch nicht zurück zum Händler kommen? Was ist mit den Handys die weiterhin illegal Exportiert werden? Wie hoch müsste dann der Pfand sein wenn, sagen wir mal, 25 % der Handys weiterhin ihren Weg gehen und die Umwelt belasten, um die daraus resultierenden Schäden zu bezahlen? Oder soll das dann wieder der Steuerzahler zahlen, diese Schadensregulierung? Und gehen wir weiter, nicht nur Handys sind Sondermüll, MP3 Player auch und Radios, was ist mit denen, warum für die kein Pfand bezahlen?
Ich bin immer noch dafür das Unternehmen die illegal diese Dinge exportieren dafür zur Kasse gebeten werden müssen und der Staat erst mal hier einen Riegel vorschieben muss, bevor man dann auf Pfandsysteme zurückgreift, sonst bringt das alles überhaupt nichts.